Mehr als Eisbären!
Eines der immer noch weitverbreitesten Irrtümer ist die Reduzierung des Postpunks auf den englischsprachigen Raum. Dabei existierten und existieren doch in ungeheuer vielen Ländern Bands, die dem Genre Postpunk zuzuordnen sind. Für die Schweiz waren Grauzone ein äusserst kreativer Vertreter dieses Genres.
Grauzone bestanden in der Urformation aus Martin Eicher (seines Zeichens Bruder des durchaus populären Musikers Stephan Eicher), GT und Marco Repetto und hatten ihren Ursprung in der Berner Punkszene, namentlich in den Bands Noiseboys und Glueams.
In deutschsprachigen Ländern viel zu oft auf ihren Hit Eisbär reduziert und deshalb auch eher mit den schlechteren Bands (Ja, es gab durchaus viele tolle NDW-Bands!!!) der Neuen Deutschen Welle in Verbindung gebracht, erkannten die wenigsten das kreative Potential, das in dieser Band steckte. Das nachfolgende Video aus dem Jahr 1981 mit dem sinnigen Titel Film1 ist ein Zeichen dafür. Leider wird das heute erst allmählich erkannt. Damals jedoch, fand man die Grauzone LPs ganz schnell auf dem Wühltisch wieder. Es hatte eben nicht ausreichend Hitpotential. Die Herren hatten schließlich ja auch überhaupt keine Lust, solches zu produzieren und versteiften sich vielmehr darauf, Filmchen zu drehen und vermeintlich sinnloses Synthiegeplänkel zu veröffentlichen. Postpunk halt! Öchöm!
Aus eben diesem Grund entwickelte sich die selbstbetitelte LP auch nicht zum unbedingten Kassenschlager und ereichte in Deutschland als höchste Notierung nur Platz 37 in den Charts. Ein Nachfolger für das immerhin bis auf Platz 12 durchstartende Single-Hit Eisbär konnte aus eben diesen Gründen auch niemals gefunden werden.
So richtig traurig stimmt uns das ja nun wiederum nicht. Denn so kommen wir nun auch in den Genuss des hübschen Liedchens Film1 und müssen uns nicht mit Musik auf dem Nena und Markus Niveau herumplagen.
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