The Transisters – Under control

Heute zieht es uns auf unserer kleinen Europareise nach Italien. Hier beweisen uns die Transisters, daß man mittlerweile auch dort mittlerweile auch ordentlich in die Saiten dreschen kann um der Welt sein Leid zu klagen. The Transisters haben schon im Vorprogramm der Raveonettes und Kaiser Chiefs gespielt. Ihr aktuelles Album “Under Control” wurde von Geoff Turner produziert und ist beim deutschen Internet Label AF-Music erschienen. AF-Music bezeichnen im Info-Text zu “Under Control” das Album als “Post-Punk Überfall”. Grund genug, sich mal etwas intensiver mit dem Album zu beschäftigen und Track für Track abzuklopfen.

Eines vorneweg: Den größten Fehler, den der werte Leser beim Anhören dieses Albums machen kann, ist das Album zu leise zu hören. Dementsprechend klingt der gleichnamige Titeltrack des Albums “Under Control” auch um Klassen besser, wenn die Lautstärkeregelung etwas weiter nach rechts gedreht wurde.

Hoppla was ist denn das? Treibende Beats und scharfe Gitarren gefolgt von einer Stimme, die an den No-Future Sound der 80er erinnert, stechen beim Titeltrack heraus und legen die Messlatte für die weiteren Tracks schon ziemlich hoch. Das Ding hat durchaus das Zeug zum Clubhit.

Diese Aggressivität kennzeichnet auch den zweiten Track “Walking on a blackhole”, der allerdings schon den ersten kleinen Makel offenbart. Ich bin nicht mit dem Gesang einverstanden! Sollte der Sänger wirklich wie verschiedentlich kolportiert, ein Karaoke Mikrofon benutzen, dann kommt das der Musik definitiv nicht zugute. Aber wir wollen mal abwarten was denn noch so kommt! …

“Everthing will be alright” der nächste Titel, besticht durch ein eingängiges Intro und ein intensives Bass-Spiel im Hintergrund. Monoton betet der Sänger seine Zeilen herunter, gefolgt von einem “Everything will be alright”. Die Aussage und der Song lassen darauf wirklich hoffen. Nicht schlecht! … In der Tat nicht schlecht!

Electricmagnetic(New)wave wartet wieder mit einem ähnlichen Tonfall auf wie der vorhergehende Track auf. Nicht so clever plaziert eventuell? Der Refrain, bzw. das was ich für den Refrain halte, ist jetzt auch nicht unbedingt das was so richtig hammermäßig ins Ohr reingeht. Bisher leider der schlechteste Track.

“Living like the Superstar”. Der Gesang erinnert mich an “Now I wanna be a dog!” Iggy? Bist Du es? In der Tat, langsam geht mir dieser verzerrte Gesang etwas auf die Nerven und schmälert etwas den Gesamteindruck. Vielleicht doch mal das Mikro wechseln?

“The monkey is dead and gone” … Das mit dem Gesang muß ihm doch jemand gesagt haben? Ansonsten ein qualitativ guter Track. Wieder mit treibenden Gitarren und schönem durchgängigen Bass. Das könnte schon gefallen …!

Auf zum nächsten Track! “jb is dead” Unterscheidet sich nicht wesentlich vom bisherigen Gesamteindruck des Albums. Nervöse, hektische Wechsel, die wohl den Charakter der Texte unterstreichen sollen. Aber ob das ausreicht? Nervös, sehr nervös!

“Neurons on my mind”, der nächste Track klingt gut. Wieder setzt das stakkatohafte ein. Der Track ist aber mit knapp unter 2 Minuten angenehm kurz und deshalb kann er auch unterhalten. Schön energiegeladen und nach vorne gespielt. Aber der Gesang ist wieder Matsch!

Das letzte Stück des Albums “Ultraviolet on you” unterscheidet sich dann auch wohltuend vom Rest des Albums. Angenehmer Gesang, hervorragende Bassläufe und klare Instrumentierung. Definitiv einer der Höhepunkte des Albums.

Und nach 23 Minuten ist der ganze Spuk schon vorbei. Was gibt es als Fazit zu berichten? Licht und Schatten! The Transisters sind musikalisch auf dem richtigen Weg. Mit dem Gesang, dem Karaoke Mikro und der Abmischung kann ich leider sehr oft herzlich wenig anfangen. Das hätte auch solch einem angeblich so gestandenen Produzenten wie Geoff Turner auffallen sollen. Für eine Band von der die Plattenfirma behauptet, daß sie die Brücke zwischen Gang of Four und The Fall schlagen würde, erwarte ich allerdings etwas anderes. Name-Dropping hilft da nicht immer und führt nur zu Enttäuschungen. Vor dem Hintergrund, daß das Album bei Jamendo kostenlos zum Download angeboten wird, bietet sich dem werten Leser eine gute Gelegenheit, selber mal einen Eindruck von dieser durchaus interessanten Band zu gewinnen. Defintives Highlight ist der Titeltrack und “Ultraviolet for you”. Ansonsten ist das ein solides Debütalbum, das eben so seine Ups and Downs hat.

Dennoch, wenn sie im Sommer / Herbst 2009 in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Tournee sind, dann lohnt es sich vielleicht doch mal einen Blick in den Club zu werfen.

Links: The Transisters auf (MySpace, Last.fm)
Kostenloser Download von “Under control” auf JamendoTransisters live




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