Und um die richtigen Musik muß man sich in Postpunk Kreisen sicherlich keine Sorgen machen! Mittlerweile wird ja nahezu alles Düstere mit Gothic oder Postpunk assoziiert.  Also gebe ich mir mal so richtig Mühe um mit Postpunk düster zu wirken. Und das gelingt dem Postpunker der zweiten Generation am Besten mit … … … Kid Creole & the Coconuts und fürchterlichen „Stool Pigeon“!

„There’s a gentleman that’s going round,
Turning the joint upside down“

… und wieder nur ein kurzer Beitrag.
Die Zeit macht nur vor dem Teufel halt und irgendwie ist sie nie vorhanden. Deshalb verspreche ich demnächst mehr von Theatre of Hate, der Band um Kirk Brandon, den eventuell einige auch aus seiner späteren Zeit bei The Spear of Destiny kennen. Gitarrist beim nachfolgenden Song und größten Hit der Band ist übrigens Billy Duffy, den der ein oder andere vielleicht noch von The Cult kennt. Demnächst also mehr von Theatre of Hate und Spear of Destiny. Heute aber erst einmal der größte Hit: The Westworld

wieder ein Feature auf eine beliebte Band, die auf die ein oder andere Weise dem Genre Postpunk zugerechnet werden kann und es deshalb Wert ist, in diesem kleinen Blog mal vorgestellt zu werden.

Waren wir die letzten Wochen vornehmlich in der Vergangenheit unterwegs, kommen wir heute einmal zu einer aktuellen Band, die zudem noch völlig untypisch nicht aus Uk oder den USA kommt, sondern aus Frankreich.

Die Rede ist von den mittlerweile doch recht Musikern der Band 1984, die kürzlich auch im Vorprogramm der meiner Ansicht nach überschätzten Blood Red Shoes auftraten und die Bühnen gerockt haben. Für den ein oder anderen mag das mittlerweile ein mordsmäßig alter Hut sein, dennoch bin ich der Meinung, daß nicht genug auf die Herren aus Straßburg aufmerksam gemacht werden kann. Zumal das Debütalbum von 1984 in fast allen Magazinen sehr weit oben stand. Und das durchaus zurecht!
Wiewohl der sehr oft kolportierte Vergleich mit Joy Division natürlich völliger Unsinn ist, zumal die Band in Interviews angibt, diese vorher nicht gekannt zu haben. Sapperlott! Nun gut, wer es denn glauben mag …!
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Heute zieht es uns auf unserer kleinen Europareise nach Italien. Hier beweisen uns die Transisters, daß man mittlerweile auch dort mittlerweile auch ordentlich in die Saiten dreschen kann um der Welt sein Leid zu klagen. The Transisters haben schon im Vorprogramm der Raveonettes und Kaiser Chiefs gespielt. Ihr aktuelles Album “Under Control” wurde von Geoff Turner produziert und ist beim deutschen Internet Label AF-Music erschienen. AF-Music bezeichnen im Info-Text zu “Under Control” das Album als „Post-Punk Überfall“. Grund genug, sich mal etwas intensiver mit dem Album zu beschäftigen und Track für Track abzuklopfen.

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Einfach Frage, einfache Antwort! Ein Schauspieler! Eventuell kennt ihn der ein oder andere aus Klassikern wie Penetration Angst! oder Das Ding!. Da ich davon ausgehe, daß
die ben erwähnte Filme nicht unbedingt auf irgendwelchen Videocassetten bei Euch daheim rumliegen, möchte ich Euch diebezüglich beruhigen. Ich kenne sie auch nicht. Was ihn aber dennoch für uns Postpunk Fans interessant macht, ist die Tatsache, daß er der heimliche Held des Songs I’m in love with a German Filmstar der Band The Passions war.
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Family Fodder war ein Band-Kollektiv, das in der Zeit ihres Bestehens schätzungsweise an die 150 Musiker verschlissen hat. O.k., ich übertreibe etwas, aber der musikalische Kopf hinter diesem Postpunk-Projekt, Alig Pearce, arbeitete während des 5jährigen Bestehens der Band mit ca. 20 Musikern zusammen. Teilweise gab es da schon recht verschrobene Ergebnisse, die man heutzutage für ein Höllengeld auf Ebay oder auf Plattenbörsen käuflich erstehen kann. (Wenn ich ehrlich bin, dann war ich das letzte Mal vor 20 Jahren auf einer Plattenbörse und habe auch keine Ahnung ob es da was von Family Fodder gibt, aber ich unterstelle das jetzt einfach mal.)

Die poppigste Phase von Family Fodder war sicherlich die Zeit in der Pearce zusammen mit seiner damaligen Lebenspartnerin Dominique Levillain hübsche kleine Popsongs veröffentlichte. Und einer dieser kleinen Postpunk Popsongs, den ich immer wieder gerne hören ist das nachfolgende Savoir faire.

So lautet eine Lieblingszeile aus einem meiner favorisierten Postpunk Bands!

Wo wir doch kürzlich bei den Nicht-Englisch-Sprachigen Interpreten des Genre Postpunk waren, dann ist es natürlich naheliegend eine der bekanntesten deutschsprachigen Bands zu erwähnen. Palais Schaumburg aus Hamburg.

Palais Schaumburg, benannt nach der ehemaligen Residenz des Bundeskanzlers in Bonn, wurde 1980 von Holger Hiller, Thomas Fehlmann und F.M. Einheit gegründet. Wie bei vielen anderen Bands auch, fand auch bei Palais Schaumburg ein reger Wechsel der Bandmitglieder statt. Lediglich Thomas Fehlmann war einzig und allein von der Anfangsformation bis zur Auflösung 1984 immer dabei. Veröffentlicht haben Palais Schaumburg ihre ersten Singles auf dem legendären Zick Zack Label von Alfred Hilsberg.

Unter anderem natürlich auch den nachfolgenden Song „Telefon“. Und den kann man auch heutzutage noch in jeder Großraumdisco direkt nach Rihanna abspielen.

Josef K. gehören hierzulande zu den weniger bekannten Bands der Postpunk-Ära. In Großbritanien verhält sich das etwas anders. Da zählen sie durchaus zu den bekannteren Vertretern dieses Genres. Der bekannteste Song der Band aus Schottland ist zweifellos der Track „Sorry for laughing“.

Gegründet 1979 als TV Art, veröffentlichten sie dann 1980 auf dem Postcard Label den besagten Track. Weitere Künstler auf Postcard waren zu dieser Zeit Orange Juice und die Go-Betweens. Musikalischer Kopf von Josef K. war Paul Haig, der sich später auch bei Insidern einen Ruf als Solomusiker machte. Sein kommerzieller Erfolg hielt sich allerdings in Grenzen. Josef K. veröffentlichten diverse singles und die LP „The only fun in town“, die in den UK Indie Charts bis auf Platz 3 kletterte.

Sorry for laughing wurde 1985 als Cover-Version von der Band Propaganda auf ihrem Album „A secret wish“ aufgenommen.

Weitere Informationen gibt es auf Josefk.net

Mehr als Eisbären!

Eines der immer noch weitverbreitesten Irrtümer ist die Reduzierung des Postpunks auf den englischsprachigen Raum. Dabei existierten und existieren doch in ungeheuer vielen Ländern Bands, die dem Genre Postpunk zuzuordnen sind. Für die Schweiz waren Grauzone ein äusserst kreativer Vertreter dieses Genres.

Grauzone bestanden in der Urformation aus Martin Eicher (seines Zeichens Bruder des durchaus populären Musikers Stephan Eicher), GT und Marco Repetto und hatten ihren Ursprung in der Berner Punkszene, namentlich in den Bands Noiseboys und Glueams.

In deutschsprachigen Ländern viel zu oft auf ihren Hit Eisbär reduziert und deshalb auch eher mit den schlechteren Bands (Ja, es gab durchaus viele tolle NDW-Bands!!!) der Neuen Deutschen Welle in Verbindung gebracht, erkannten die wenigsten das kreative Potential, das in dieser Band steckte. Das nachfolgende Video aus dem Jahr 1981 mit dem sinnigen Titel Film1 ist ein Zeichen dafür. Leider wird das heute erst allmählich erkannt. Damals jedoch, fand man die Grauzone LPs ganz schnell auf dem Wühltisch wieder. Es hatte eben nicht ausreichend Hitpotential. Die Herren hatten schließlich ja auch überhaupt keine Lust, solches zu produzieren und versteiften sich vielmehr darauf, Filmchen zu drehen und vermeintlich sinnloses Synthiegeplänkel zu veröffentlichen. Postpunk halt! Öchöm!
Aus eben diesem Grund entwickelte sich die selbstbetitelte LP auch nicht zum unbedingten Kassenschlager und ereichte in Deutschland als höchste Notierung nur Platz 37 in den Charts. Ein Nachfolger für das immerhin bis auf Platz 12 durchstartende Single-Hit Eisbär konnte aus eben diesen Gründen auch niemals gefunden werden.

So richtig traurig stimmt uns das ja nun wiederum nicht. Denn so kommen wir nun auch in den Genuss des hübschen Liedchens Film1 und müssen uns nicht mit Musik auf dem Nena und Markus Niveau herumplagen.

Großartige Alben kommen niemals out-of-fashion!

Die Rede ist von der zweiten LP von Public Image Limited (kurz: PIL), welche den durchaus berechtigten Namen Metal Box trägt! Berechtigt ist das in diesem Falle nicht aufgrund des Inhalts – PIL hatten sich zu der damaligen Zeit nicht kurzfristig entschlossen, übelsten Deathmetal runterzusemmeln – sondern aufgrund der Verpackung. Die Metal Box bestand nämlich damals aus 3x 12’ Singles, verpackt in einer runden Metallbox. Und genau das passte der Plattenfirma von PIL ganz und gar nicht. Die Kosten wurden als exorbitant im Gegensatz zu dem zu erwartenden Verkaufserlös eingestuft.
Aber wer waren eigentlich PIL? Pil bestanden zu dem damaligen Zeitpunkt aus einer Reihe täglich wechselnder Schlagzeuger, dem Bassisien Jah Wobble, dem Gitaristen Levene und dem nicht gänzlich unbekannten TAFKAJR, John Lydon, seines Zeichens der ehemalige Sänger der Sex Pistols

Mit den Sex Pistols allerdings hat diese großartige Platte, Gott sei gepriesen, herzlich wenig zu tun. Einzig und allein die markante Stimme Lydons nölt noch in bekannter Art kreuz und quer über die gesamte Platte. Diesmal allerdings nicht in der von den Pistols (Menschen in meinem Alter dürfen Pistols sagen!) bekannten, agressiven, menschenverachtenden Art sondern eher mantra-artig, hypnotisch und somit passend zu der dazugehörigen Musik. PIL machten Postpunk der ersten Generation. Plötzlich bediente man sich am Krautock der frühen 70er und Lydon verprellte die ganzen Punkrocker, die ihn noch vor wenigen Jahren vergöttert hatte.

Was macht dieses Album so herausragend? Zuerst einmal ist es das prägnante Gitarrenspiel Levens. Dieses Gitarrenspiel nahmen sich später Gitarristen wie The Edge von U2 zum Vorbild um es weiterzuentwickeln (bei U2?). Die Harmonien bei Metal Box sind für die heutige Zeit nicht neu. Damals war das anders! Heute sagen wir, daß das teilweise wie Sonic Youth klingt. Nein, Sonic youth klingen heute wie damals Public Image Ltd. geklungen haben-

Zu den einzelnen Songs:

Albatros, das erste Stück auf Metal Box ist ein 10 Minuten Stück, welches vor allem durch den hypnotischen Gesang Lydons besticht. Schon hier hört man Akkorde und stakkatohaftes Gitarrenspiel, das später seinen Weg durch die Popmusik finden wird.
Beim nächsten Stück Memories fällt mir neben dem treibenden Schlagzeug im 2. Drittel vor allem die damals nahezu blasphemischen Krautrockelemente auf. Wie kann ein Punker nur zu Krautrockelementen singen?
Swan Lake hat natürlich klassische Elemente. Tschaikowsky? Ich bin da nicht so firm drin. Dennoch Klassik in Kombination mit Krautrock und Reggae ist eine Kombination, die nicht so häufig in der Musikgeschichte vorkommt. Und ist weitaus angenehmer als die grausame 90er Klassik – Rap Kombination
Der nächste Song Poptones. Auch hier wieder für Krautrock charakteristische, endlose Gitarren- und Bassläufe während Lydon über einen Mord singt, der passiert während im Radio Poptones laufen. Einer meiner Favoriten. Ich kann nicht begründen, warum.
Careering das nächste Stück strahlt Kälte aus. Passend zum Text. Es kommen Synthesizer zum Einsatz, ganz getreu dem Punk-Motto. Oder wohl eher nicht!
No Birds, ein weiteres Vogel-Lied auf dieser Platte und plötzlich hört man wieder woher viele der nachfolgenden alternativen Gitarren Bands ihre Einflüsse herbekommen haben. Dennoch meiner Meinung nach ein eher schwächeres Stück. Auch wenn man ab einem gewissen Zeitpunkt „You do right, I do wrong“ erwartet. Can? Und zum Abschluß ertönt das Klavier.
Graveyard, das nächste Stück wirkt kalt, soll kalt wirken und ist kalt. Kein Gesang, nur Instrumente. Ich mag diesen Rythmus im Hintergrund ab dem 1. Drittel! Dennoch sehr kurz. Fast zu kurz!
The Suit ist ein Lied über den kleinen Bank- oder Versicherungsangestellten und sein langweiliges Leben. Hatten wir in anderer Instrúmentierung schon bei Careering. Ein Klischee, das von PIL natürlich sehr gerne genommen wird. Gesang, Text und Instrumentierung versuchen diese Langeweile noch zu unterstreichen. Klappt hervorragend!
Anonymität wird im nächsten Song Bad Baby thematisiert. Auch hier strahlt uns wieder Kälte entgegen! … Und das ist durchaus so gewollt!
Socialist überrascht mit einem punkigen Bass, der erstmals richtig in den Vordergrund tritt. Hier tritt nun definitiv eine gewisse Monotonie auf. Die ist gewollt. Warum, können wir wirklich nur ahnen.
Diese Montonie setzt sich im nächsen Lied mit dem durchaus berechtigten Titel Chant fort. Wir hören imHintergrund eine montone Stimme, die Love, War, Hate, Fear propagiert, während Lydon seine Botschaft über die Abgestumpftheit der Menschen kund tut.
Zum Abschluss folgt noch einmal ein Instrumental. Wiederum mit Synthesizern, die damals durchaus noch revolutionär waren. Zugegebenermaßen würden wir über den Sound heute nur noch lachen.

Metal Box kann durchaus beim Hören Schmerzen verursachen. Aber mit jedem Hören wird dieses Album großartiger. Textlich kann man da und dort natürlich einige Dinge bemängeln. Aber wenn man bedenkt, daß damals Orwells 1984 vor der Tür stand, dann kann man die Intention hienter den Texten durchaus verstehen. Sie ist heute wahrscheinlich immer noch aktuell, aber man gewöhnt sich ja an so vieles und neigt dazu, die damaligen Visionen und Vorbehalte als billiges Klischee zu bezeichnen. Oder wie Wiglaf-Droste irgendwann einmal behauptete: Das traurige an Klischees ist, daß sie immer zutreffen. Und wir lachen uns über die Visionen von Orwell kaputt und haben Schäuble im Nacken sitzen. Public Image Ltd. sind aktuell!

Metal Box galt in der damaligen Zeit als überproduziert und kalt. Kalt ist es! Beim Begriff „überproduziert“ lachen wir in der heutigen Zeit recht herzlich.
Dennoch: Musikalisch dürfen wir natürlich durchaus ein Problem haben. Nämlich, daß der durchschnittliche Hörer (und da schließe ich mich nicht aus) nicht mehr in der Lage ist, Alben durch mehrfaches Hören zu erobern. Sie sind catchy oder nicht. Wenn sie es nicht sind, dann haben sie es bei dem heutigen Überangebot und der permanenten Dauerberieselung schwer!

Für den Fall, daß jemand Interesse daran hat. Fooderstomp.com ist eine unglaublich unfangreiche P.I.L. Fanseite, die einen Besuch wert ist.

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